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Wir treten in die Ära der Agentic AI ein – eine Phase, in der künstliche Intelligenz nicht mehr nur Fragen beantwortet, sondern aktiv Aufgaben erledigt. Dieser Wandel ist gewaltig: Wir bewegen uns vom „Denken“ (Generative AI) zum „Handeln“ (Agentic AI).

Die Zahlen belegen eine massive Welle der Neugier: 62 % der Unternehmen weltweit experimentieren bereits mit KI-Agenten, während 23 % den Sprung über die Pilotphase hinaus geschafft haben und agentische Systeme bereits in mindestens einem Geschäftsbereich skalieren [1].


Laut aktuellen Erkenntnissen von Deloitte steht Agentic AI kurz vor dem Durchbruch: 74 % der Unternehmen planen, die Technologie innerhalb der nächsten zwei Jahre einzusetzen. Dieser Wandel wird durch einen Anstieg des Vertrauens auf Führungsebene (+78 %) und erhöhte Investitionen von 84 % der Organisationen vorangetrieben [2].


Angesichts dieses Interesses wächst der Wunsch vieler Unternehmen, eigene KI-Agenten für ihre Geschäftsprozesse zu entwickeln.


Wo fängt man an?

Wir alle sehen das Potenzial. Wahrscheinlich wissen Sie bereits genau, welche monotonen Prozesse – wie die Rechnungsverarbeitung oder der Tier-1-Support – reif für eine Automatisierung sind. Man will schnell vorankommen, stößt dann aber oft gegen die „technische Wand“: Die Annahme, dass man komplexen Code benötigt, um komplexe Logik zu bauen.


Microsoft Copilot Studio ist eine Low-Code-Plattform, die genau diese Lücke schließt. Sie ermöglicht es Ihnen, eigene KI-Agenten zu erstellen, zu testen und zu veröffentlichen, ohne komplexen Code von Grund auf neu schreiben zu müssen [3].


Realitätscheck: Ist das für jeden? Obwohl Copilot Studio „Low-Code“ ist, bedeutet das nicht „Null Aufwand“.


  • Für wen ist das gedacht? „Maker“ und Power-Platform-Nutzer. Wenn Sie sicher im Umgang mit Excel-Formeln, Power Automate oder der Prozessmodellierung sind, werden Sie hier erfolgreich sein.

  • Der Vorteil: Wenn Sie bereits die Power Platform nutzen (insbesondere Power Automate), haben Sie einen massiven Startvorteil. Sie können die Konnektoren und die Logik, die Sie bereits kennen, einfach wiederverwenden.


Was kann man tatsächlich bauen?

Microsoft Copilot Studio ist nicht nur ein Ort, um Chat-Blasen zu erstellen; es ist eine Werkstatt für digitale Mitarbeiter. Schauen wir uns die „Rohstoffe“ an, mit denen Sie arbeiten:


1. Die Bausteine

  • Instructions (Das „Gehirn“): Hier definieren Sie die Identität des Agenten. Sie schreiben einfache Regeln in natürlicher Sprache, wie: „Du bist ein hilfreicher HR-Assistent. Du darfst niemals Gehaltsdaten preisgeben. Sei immer höflich.“

  • Knowledge (Die „Bibliothek“): Ein Agent ist nur so schlau wie die Daten, die er liest. Über Azure AI Search können Sie Ihren Agenten mit den echten Daten Ihres Unternehmens verbinden. Dies wird oft als RAG (Retrieval-Augmented Generation) bezeichnet – Ihr Agent antwortet auf Basis Ihrer Dokumente, nicht nur auf allgemeinem Internetwissen.

  • Tools (Die „Hände“): Wenn die Instruktionen das Gehirn sind, sind Tools die Hände. Früher konnten Chatbots nur reden; sie konnten nichts tun. In Copilot Studio statten Sie Ihren Agenten mit Tools aus – das kann ein Power Automate Flow sein, ein spezifisches Thema (z. B. „Passwort zurücksetzen“) oder einer von über 1.400 vorinstallierten Konnektoren (wie SAP, Salesforce oder Jira).


2. Autonomie für Ihren Agenten

Das Markenzeichen von Agentic AI ist die Fähigkeit, ohne menschliches Zutun zu handeln. In Copilot Studio wird dies über Event-Trigger gesteuert. Stellen Sie sich diese als „Daueraufträge“ vor. Anstatt auf einen Prompt zu warten, bleibt Ihr Agent im Hintergrund wachsam: Er triagiert Kundenanfragen in dem Moment, in dem eine E-Mail im Posteingang landet, oder fasst einen komplexen Vertrag zusammen, sobald eine neue Datei auf SharePoint hochgeladen wird.


3. Agent Flows

Während KI großartig für Konversationen ist, erfordern Geschäftsprozesse absolute Präzision. Die Flow-Integration verwandelt Ihren Bot in einen „Hybrid-Agenten“, indem sie KI-Logik mit Power Automate verbindet. Die KI übernimmt die „menschliche“ Seite (Interpretation unklarer Absichten wie „Ich muss meine Abrechnung korrigieren“), während die Automatisierung die „starre“ Seite übernimmt und die exakten Schritte der Gehaltskorrektur fehlerfrei ausführt.


4. Multi-Agenten-Systeme: Das Dream-Team aufbauen

Warum nur einen Super-Agenten haben, wenn man ein ganzes Team haben kann? Copilot Studio unterstützt die Multi-Agenten-Orchestrierung. Sie können einen „Manager-Agenten“ bauen, der Aufgaben an spezialisierte Agenten delegiert. Beispiel: Sie bitten den Manager-Agenten um einen Monatsbericht. Dieser fordert die Zahlen beim „Finance-Agenten“ an, lässt den „Communication-Agenten“ den Entwurf schreiben und fasst beides für Sie zusammen.


Bereit loszulegen?


Die Ära der Agenten ist angebrochen. Sie müssen kein Programmierer sein, um anzufangen, aber Sie müssen neugierig sein. Beginnen Sie damit, einen einfachen Prozess zu skizzieren, den Sie automatisieren möchten, und öffnen Sie Copilot Studio. Die Frage ist nicht nur: „Was kann Copilot Studio tun?“, sondern: „Welcher Ihrer manuellen Prozesse ist bereit für die Automatisierung?“



Quellen [1] QuantumBlack AI by McKinsey (Nov. 2025): The state of AI in 2025 – Agents, innovation, and transformation. [2] Deloitte (Jan. 2026): State of AI in the Enterprise: The untapped edge. [3] Microsoft (Feb. 2026): Microsoft Copilot Studio Documentation.

Copilot Studio: Der erste Schritt zur Agentic AI

18. Februar 2026

Fareza Hasan - AI Workflow Automation Engineer @spyke

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